Ein Killer Track: „Baby Driver“ 4K Blu-ray im Test

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Baby Driver auf 4K UHD Blu-ray bietet knapp 2 Stunden beste Unterhaltung
Baby Driver auf 4K UHD Blu-ray bietet knapp 2 Stunden beste Unterhaltung

Was Sony Pictures mit „Baby Driver“ abgeliefert hat sucht seinesgleichen. Wir haben die 4K UHD Blu-ray von Baby Driver getestet und glauben den Geheimtipp 2017 gefunden zu haben. 

Baby Driver 4K Ultra-HD [Blu-ray]

Preis: EUR 31,99

(0 Rezensionen)

5 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 22,12

Inhalt (75%)


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Edgar Wright (Shaund of the Dead, The World’s End, Ant-Man) liefert mit „Baby Driver“ einen ganz besonderen Film ab. Bereits im Vorfeld wurde der Film von der Presse aufs höchste gelobt. Die Kombination aus rasanter Action und waghalsigen Autofahrten erinnern unweigerlich an Filme wie „Der Transporter“. Kombiniert man das ganze noch mit einem großartigen Soundtrack und wenigen Musical-Elementen à la „La La Land“ wird daraus dieses Juwel.

B.A.B.Y. – Baby leidet seit einem Unfall in seiner Kindheit an Tinitus. Um das „Dröhnen in seinen Ohren“ zu übertönen, greift Hauptdarsteller Ansel Elgort zur Musik, die er auf verschiedenen iPod Modellen speichert. Er hat übrigens für jede Lebenslage den richtigen iPod und/oder Track dabei, egal ob er gerade das Fluchtauto bei einem Banküberfall steuert, oder ein Erdnussbutter-Sandwich für seinen tauben Stiefvater Joseph (CJ Jones) schmiert. Die Musik hat einen ganz besonderen Platz in seinem Leben. Wohl auch, weil seine Mutter so eine grandiose Sängerin war.

Als sich Baby in die schöne Bedienung Debora verliebt, ist auf einmal alles anders
Als sich Baby in die schöne Bedienung Debora verliebt, ist auf einmal alles anders

Die Musik begleitet Baby auch auf seinen unzähligen Fahrten, die er im Auftrag von Doc (Kevin Spacey) zu erledigen hat. Das bringt ihm nicht nur einen Haufen Geld ein, sondern mindert auch seine „Schulden“, die er bei Doc abarbeiten muss. Baby ist so etwas wie ein Genie hinterm Steuer, egal in welches Auto er steigt, er findet immer den perfekten Driftpunkt. Die Auto-Stunts sind sehr gut inszeniert aber nichts neues. Unrealistische Car-Jumps und Manöver wie in „The Fast and Furious 8“ werden ausgelassen – und das ist auch gut so. Doc schickt seinen Fahrer immer mit einem neu zusammengewürfelten Team aus 3 Gangstern los (nie zwei mal das gleiche Team). Leider wirken die Charaktere alle etwas klischeehaft. Da hätten wir den etwas trotteligen „JD“ (Lanny Joon), den harten Hund „Buddy“ (Jon Ham), die unerbittliche Psycho-Braut „Darling“ (Eiza Gonzáles) und der Ober-Gangster „Bats“ (Jamie Foxx). Und nicht zu vergessen der etwas zurückgebliebene „Eddie No Nose“, der von Flea, dem Bassisten der Red Hot Chili Peppers, gespielt wird.

Gehen drei Bankräuber in ein Schmuckgeschäft...
Gehen drei Bankräuber in ein Schmuckgeschäft…

Baby befindet sich in einem ewigen Kreislauf aus dem er nicht ausbrechen kann. Selbst als er und Doc „quit“ sind, werden ihm neue Aufträge zugewiesen. Doc macht ihm dabei ein Angebot, dass er nicht abschlagen kann (Naja die Entscheidung zwischen Rollstuhl und Fahrersitz eines Autos ist nicht gerade schwer). Vieles ändert sich als der Hauptdarsteller die junge Bedienung Bebora, gespielt von Lily James, kennenlernt. Beide schmieden Pläne, wie sie zusammen Richtung Westen fliehen „in einem Auto das sie sich nicht leisten können, mit einem Plan den sie nicht haben“. Bis das junge Glück passieren darf, gibt es aber noch einige Hürden zu nehmen. Und Baby scheint dafür genau die Richtige Musik parat zu haben.

„Baby Driver“ ist rasant, nimmt nie das Fuß vom Gas und ist mit einem großartigen Soundtrack hinterlegt. Der Film ist auch nicht um den ein oder anderen Lacher verlegen. Auf die Gefühlswelt der Charaktere wird nur selten eingegangen, dafür ist auch keine Zeit wenn man mit 160 Sachen über den Highway brettert oder einem Gewehrkugeln um die Ohren sausen. Die fast 2 Stunden vergehen wie im Flug und man fühlt sich bis zum Ende gut unterhalten.

Bildqualität „Baby Driver“ (80%)

Aufgenommen wurde Baby Driver zum größten Teil auf analogen 35mm Film. Einige Szenen wurden auch digital mit Arri Alexa Kameras in 2.8K aufgezeichnet. Das Digital Intermediate wurde aber nur 2K Auflösung erstellt. Aufgrund der erhöhten Bitrate des Videostreams (vielen Dank an den HEVC / h.265 Codec), erstrahlt der Film mit großartigen Details. Egal ob die Backsteinmauern der alten Gebäude oder die Nahaufnahmen der Charaktere, selten gibt der Film dem Zuschauer preis, dass es sich hierbei um ein 2K Upscale handelt.

Der direkte Vergleich zwischen der HD und 4K UHD Blu-ray zeigt, dass der neue Standard auch bei niedriger aufgelöstem Quellmaterial deutliche Vorteile hat. Neben der erhöhten Bitrate des Videostreams, liefert auch der erweiterte Dynamikbereich (High Dynamic Range – HDR) eine bessere Bildqualität. Von der Innenausstattung der Autos, bis zum dunklen Mantel des Docs sind in der 4K-Version teils deutlich mehr Details zu erkennen. Die Helligkeitswert wurde etwas niedriger angesetzt, wodurch einige helle Szenen etwas „drückender“ rüberkommen können. Insgesamt ist das Bild was Kontrast und Schwarzwert angeht aber äußerst stimmig – die Durchzeichnung der Farben perfekt.  Der erweiterte rec.2020 Farbraum spielt auch in „Baby Driver“ seine Karten voll aus. Die Farbspitzen in den Karosserien, die farbigen Akzente in der Wäscherei (Waschmaschinen) und die Architektur der Stadt erstrahlen in einem natürlichen Look.

Selbst in schnellen Szenen behält das Bild weitgehend sein Detail. Dafür ist auch die gute Kameraführung verantwortlich
Selbst in schnellen Szenen behält das Bild weitgehend sein Detail. Dafür ist auch die gute Kameraführung verantwortlich

Der Look des Films lässt fast vermuten, dass einige Szenen in nativem 4K vorliegen. Beim genauen hinsehen, fallen bei einigen Szenen aber dann doch kleinere Unschärfen auf, die dem Gesamtbild aber nicht schaden. Leider konnte sich Sony bei „Baby Driver“ nicht zu einem nativen 4K Master durchringen. Bei der überschaubaren Anzahl an CGI-Effekten wäre es sicherlich kein Problem gewesen. Die 4K Blu-ray bekommt von uns eine sehr gute 80%!

Tonqualität „Baby Driver“ (80%)

Es ist leider keine Überraschung, dass sich Sony nicht zu einem Dolby Atmos Soundmix in deutscher Sprache hinreißen lässt. So müssen wir uns mit dem DTS-HD MA 5.1 Sound zufrieden geben. Unser Herz wird leichter, als wir von der 2-Dimensionalen Klangebene nicht enttäuscht werden. Jeder Drift, jede vorbeizischende Pistolenkugel, jeder Crash vermitteln dem Zuschauer das „Mittendrin-Gefühl“. Die klangliche Haupt-Action liegt aber sicherlich auf dem Center- und den beiden vorderen Surround-Lautsprechern. Die hinteren Speaker werden aber nicht vernachlässigt und sorgen für einen einnehmenden Surround-Klang.

Die Höhenkanäle des englischen Dolby Atmos Soundmix fehlen natürlich im deutschen DTS MA 5.1 Ton
Die Höhenkanäle des englischen Dolby Atmos Soundmix fehlen natürlich im deutschen DTS MA 5.1 Ton

Die Synchronisation geht nicht unter und die Stimmen sind noch klar verständlich. Auch Baby versteht man gut, der durch den ganzen Film hinweg mit gedämpfter Stimme spricht. Die Musikuntermalung greift oft auf alle Lautsprecher über und sorgt beim Zuschauer unweigerlich zu rhythmischem Kopfnicken und Fußwippen. Das es doch noch besser geht, zeigt der englische Originalton mit Dolby Atmos. In den Verfolgungsszenen nimmt man den Hubschraber beim DTS-HD MA 5.1 Sound fast erst wahr, als dieser im Bild auftaucht. Beim englischen Dolby Atmos Sound wird man geradezu von jedem einzelnen Flügelschlag des Helikopters verfolgt. Die Fluggeräte fliegen auch gerne mal von eine Ecke des Heimkinos zur anderen, auf der Suche nach flüchtigen Zielpersonen. Ansonsten sorgt Dolby Atmos immer wieder für klasse Hall-Effekte. Insgesamt ist der Einsatz der Höhen-Kanäle überschaubar, aber wenn eingesetzt auf jeden Fall überzeugend.

Sony Pictures sollte sich wirklich einmal Gedanken machen, auch der deutschen Vertonung einen 3D-Effekt zu spendieren. Die Zuschauer werden es dem Filmstudio sicherlich danken.

  • Deutsch DTS-HD MA 5.1 (80%)
  • Englisch Dolby Atmos (90%)

Bonus (50%)

Alle Bonus-Inhalte befinden sich wieder ausnahmslos auf der HD Blu-ray. Neben Audiokommentaren von Edgar Wright und Bill Pope gibt es noch einige „Behind the Scenes“-Featurettes mit „That’s My Baby: Edgar Wright“, „Mozart In a Go-Kart: Ansel Drives“, „Devil Behind the Wheel: The Car Chases“, „I Need a Killer Track: The Music“, „Meet Your New Crew: Doc’s Gang“ und „Find Something Funky on There: The Choreography“. Dazu gesellen sich noch 11 geschnittene und gelöschte Szenen, das Musikvideo zu „Blue Song“ von Mint Royale, alle Trailers, Promos, Storyboard-Gallerie uvm. Ganz nett für Leute, die mehr über den Produktionsprozess erfahren möchten, aber auch nicht das Zusatzmaterial, dass man sich komplett angesehen haben muss.

Baby Driver wartet mit hochkarätigen Schauspielern auf, darunter auch Jamie Foxx (Bats) und Kevin Spacey (Doc)

Gesamtbewertung Baby Driver 4K Blu-ray (78%)

Rasante Heimkino-Action mit gutem Surround-Sound. Die Kombination aus Überfall-Action, Auto-Stunts und großartigem Soundtrack geht auf jeden Fall auf. Rund zwei Stunden läuft „Baby Driver“ und lässt den Zuschauer nur wenige Minuten zum durchatmen. Wir hätten uns auch für den hochwertigen 4K-Release eine Steelbook-Variante mit Soundtrack-Doppel-CD wie bei der regulären HD Blu-ray gewünscht. Aber mit einem Preis von rund 32,- Euro, ist bereits die Standard-Variante doch recht teuer. Der Film hat aber Potential mehrmals in den Blu-ray Player eingelegt zu werden. Daumen hoch für Baby Driver und solide 78%.

Baby Driver 4K Ultra-HD [Blu-ray]

Preis: EUR 31,99

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5 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 22,12


Baby Driver Steelbook (2 Discs-Steelbook + 2 Discs-Soundtrack ) [Blu-ray] [Limited Edition]

Preis: EUR 34,99

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5 Neu & Gebraucht erhältlich ab EUR 29,73

Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 04. Dezember 2017 Review am: 04. Dezember 2017
Erscheinungsjahr Film: 2017 Laufzeit: 113 Minuten
Filmstudio: Sony Pictures FSK: Ab 16 Jahren
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch, Französisch,
Rumänisch, Spanisch…
Bildformat:
2.39:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch DTS MA 5.1
Englisch Dolby Atmos
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55C6D
Testgerät Player: Panasonic DMP-UB900EGK

Baby Driver Trailer:

Ein Killer Track: „Baby Driver“ 4K Blu-ray im Test
5 (100%) 4 Bewertung[en]

3 KOMMENTARE

  1. Also für mich war Baby Driver der schlechtester Film des Jahres 2017 sogar vor Justice League der eine mega Gurke war, vor allem der Junge mit seinem Musik ding hat mich total genervt, Kevin Spacey Rolle war auch nicht gerade groß, positiv nur die reale Auto stunts Szenen, meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.

    • Da sieht man einmal wie weit Geschmäcker auseinander gehen. Die Musik/Musical-Einlagen zu Beginn, waren doch etwas Cheesy, aber mir persönlich hat dieser Mix aus guter Musik und Action echt gut gefallen. Bei Spacey ist man vielleicht auch etwas vorbelastet durch die Berichterstattungen der letzten Wochen, aber er glänzt natürlich nicht wie in House of Cards. Auf ihn ruht ja auch nicht der Fokus. Was war denn so dein Highlight 2017?

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